Der CRB-65-Index ist eine Punkteskala, basierend
auf den vier klinischen Variablen Verwirrtheit (confusion), Atemfrequenz
(respiratory rate), Blutdruck (blood pressure) und Alter (≥ 65
Jahre). Beim CURB-Index wird anstelle des Alters der Laborwert Harnstoff-N im
Serum (Urea-N) erfasst.
Kriterien CRB-65- und CURB-Index
Confusion
Verwirrtheit,
Desorientiertheit zu Person, Ort oder Zeit
Die klinischen Variablen reflektieren die akute
respiratorische Insuffizienz sowie Symptome der schweren Sepsis und sind
wiederholt als Prädiktoren für die 30-Tage-Mortalität hospitalisierter
CAP-Patienten identifiziert worden. Für jedes erfüllte Kriterium wird 1 Punkt
vergeben. Der CRB-65-Index kann problemlos und in kürzester Zeit bereits in
der Arztpraxis verwendet werden, während der CURB-Index in der Regel nur in der
Notaufnahme des Krankenhauses bestimmt werden kann.
Durch beide Scores wird eine Risikoabschätzung von Patienten
mit CAP möglich, die für die weitere Behandlungsstrategie bedeutsam ist:
Patienten mit niedrigem Risiko (CRB-65 / CURB = 0) können meistens ambulant
behandelt werden. Ab CRB-65 / CURB = 1 sollte unter Einbeziehung anderer
Risikofaktoren die stationäre Aufnahme erwogen werden. Ein Index von mindestens 2
stellt in vielen Fällen bereits ein Kriterium für eine intensivierte Überwachung dar.
Der einfache, laborparameterunabhängige CRB-65-Score sagt die
Prognose von CAP-Patienten ähnlich gut voraus wie der CURB- oder der noch kompliziertere Pneumonia-Severity-Index (1, 2). CRB-65- bzw. CURB-Index dienen - wie der PSI -
der Risikoabschätzung von Patientengruppen und nicht der Prognoseabschätzung
individueller Patienten. Dementsprechend können die Scores das klinische Urteil
des Arztes im Einzelfall nicht ersetzen, aber die eigene klinische Einschätzung
validieren helfen.
Im Falle einer Entscheidung zu einer ambulanten
Behandlung (CRB-65 bzw. CURB = 0) sollte eine Nachuntersuchung innerhalb der
nächsten 24 – 48 Stunden geplant werden ("second look"), da eine
Verschlechterung häufig in diesem Zeitintervall auftritt. Bei
jeder Entscheidung bezüglich einer stationären Aufnahme sollten neben klinischen allerdings auch nicht-klinische, wie z. B. soziale Gründe einbezogen werden.
Literatur
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